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Radtour mit der Baudezernentin – Stadt setzt auf barrierefreies Bauen

Radtour mit der Baudezernentin:

Stadt setzt auf barrierefreies Bauen

Von Tobias Brücker 5. Juli 2019 um 19:56 Uhr

Bei einer Radtour zeigten Andrea Deppe und weitere Stadtmitarbeiter Beispiel-Projekte aus verschiedenen Bereichen.

Das halbjährige Stelldichein des Baudezernats der Stadt und Teilen der Verwaltung, bei dem Vorgänge zu einem festen Thema dargelegt werden, führte einen Tross mit Baudezernentin Andrea Deppe an der Spitze am Freitagvormittag mit dem Rad durch Opladen und Quettingen. Barrierefreies Bauen stand diesmal im Mittelpunkt.

Laut Deppe habe das  barrierefreie Bauen in der jüngeren Vergangenheit an Wichtigkeit gewonnen. Daran habe natürlich auch der demografische Wandel seinen Anteil. Glaubt man den Zahlen von Mobilitätsmanager Christian Syring, wird der Anteil der über 60-Jährigen in einigen Jahren auf jeden Dritten ansteigen. In der Planung, bekundete Deppe, werde man manchmal etwas blind für die einfachsten Maßnahmen, „weil wir ohne Einschränkungen durchs Leben gehen“. Nicht nur hält eine neue DIN-Norm die wichtigsten Parameter des barrierefreien Bauens fest, auch spielt die Bauweise für die Fördergelder, die die Stadt für viele Projekte so dringend benötigt, eine wichtige Rolle. Denn ohne die gerechte Planung, werden die Gelder nicht bewilligt, wie Stefan Karl vom Fachbereich Stadtplanung erläuterte.

Mobiitätsmanager Syring erinnerte daran, öfter mal die eigenen Füße zu benutzen. Bei der Befragung im Jahr 2016 hatte die Stadt evaluiert, dass die Wege vieler Menschen nur rund zwei Kilometer innerhalb des Stadtgebiets betragen. Ein Drittel lege diese Strecke jedoch mit dem Pkw zurück. „Da muss man dann schon mal fragen: Leute, muss das sein?“, betonte er. Dafür müssten sich aber auch die zu sehr auf Autos ausgerichteten Innenstädte verändern.

Syring war es auch, der den Tross aus (Leih-)Fahrrädern dann über die Straßen von Opladen und Quttingen führte. Ein Stopp: die Sekundarschule. Einfach zu erreichen sind dort die oberen Etagen. Drei Baukörper gibt es hier, alle mit einem Fahrstuhl ausgestattet. Die Schule arbeitet schließlich stark inklusiv. Auch bei anderen Baumaßnahmen gehöre die Ausstattung zum Standard.

In Kitas mit zwei Geschossen zum Beispiel, sagte Maria Kümmel, Leiterin der Gebäudewirtschaft. Dazu kommen eine Abfangdecke in den Klassen, die den Lärm senkt und hörgeschädigten Kindern das Lernen erleichtert, und Induktionsschleifen, die in ein Mikrofon Gesprochenes an Hörgeräte weitergeben können.

Allerdings fehlen Leitlinien für Sehbehinderte. Ob diese nachträglich angebracht werden können, wolle die Verwaltung nun prüfen. Die betonte: Versäumnisse später auszubessern, sei mit Mehrkosten verbunden. Im Grunde müsse man bei der Planung das Pferd von hinten aufzäumen und die behinderten- und altersgerechten Strukturen in den Vordergrund stellen.

Derweil sind neue Bushaltestellen gut ausgebaut. Neben Leitlinien auf dem Boden, ist der Geh- bzw. Wartebereich auf 18 Zentimeter für einen komfortablen Einstieg erhöht, normal sind zwölf. Brigitte Prämaßing vom Tiefbau versprach: „Weitere Fördermittel sind beantragt, im Haushalt sind zudem Mittel vorgesehen.“

INFO

Was Bauherren beachten müssen

Vorschrift Bei mehr als zwei Nutzungseinheiten ist der Bauherr gesetzlich verpflichtet, barrierefrei zu bauen. Flure müssen im Haus 1,50 Meter breit sein, in der Wohnung mindestens 1,20. Mehr als drei Geschosse erfordern einen Aufzug, bei mehr als fünf gar einen großen.

Quelle: https://rp-online.de/nrw/staedte/leverkusen/leverkusen-setzt-auf-barrierefreies-bauen_aid-40083005

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